Discovergy "Smart Meter" kein intelligentes Messsystem

Ich stehe mit meinem Stromanbieter E.ON und Discovergy in einer verzwickten Situation:

Ich habe bei E.ON den „SmartStrom Öko“-Tarif beauftragt mit eigenem intelligenten Messsystem.

Auf der Website von Discovergy (u.a. hier: Intelligentes Messsystem (iMSys): Definition und Funktionen - inexogy GmbH) wird ein solches System beworben und „intelligentes Messsystem“ bzw. „Smart Meter“ genannt. In meiner Auftragsbestätigung der Discovergy steht „Smart Meter“, also habe ich angenommen, dass der bei mir verbaute Zähler den Anforderungen an ein „intelligentes Messsystem“ entspricht.

Das sieht E.ON allerdings nicht so: mir wurde nun mitgeteilt, dass es sich bei meinem Zähler nur um eine „moderne Messeinrichtung“ handelt und diese nicht mit dem Tarif kompatibel sei. Der Vertrag ist meiner Meinung nach trotzdem zustande gekommen (ich werde von E.ON ja mit Strom beliefert, und zahle Abschläge - allerdings wird noch nicht nach Tagesphasen abgerechnet).
Nun, nach reichlich hin-und-her an der Hotline hab ich eine E-Mail von E.ON erhalten: „schön, dass Sie sich für E.ON SmartStrom Öko interessieren. Leider können wir den Auftrag nicht annehmen“. Die scheinen sich aus der Nummer rausziehen zu wollen, während ich natürlich an den Konditionen festhalten will, die ich im April 2022 noch bei Vertragsabschluss (mit 2 Jahren Preisgarantie) bekommen hab. „Bitte schließen Sie den Auftrag erneut online mit Zähler [von E.ON] ab - nur so ist sichergestellt, dass Sie abends und nachts von den fairen Preisen abgerechnet werden können“ steht weiter in der E-Mail. Ein neuer Vertragsabschluss würde natürlich zu wesentlich höheren Konditionen führen.

Die bisherige Kontaktaufnahme zu Discovergy hat sich eher merkwürdig gestaltet: man gab teilweise zu, dass es sich nicht um ein intelligentes Messsystem handelt, und wolle bei der Vetriebsabteilung eine Aufhebung des Vertrags (mit Discovergy) anstreben (bisher ohne Rückmeldung). Gleichzeitig wurde eine „andere Version“ des Discovergy-Zählers erwähnt, die wohl bisher nur bei Unternehmenskunden zum Einsatz kommt - mein Vorschlag hier war, dass als Nachbesserung ein solcher Zähler bei mir verbaut wird.

Gibt es ähnliche Erfahrungsberichte zu den E.ON-Stromtarifen in Verbindung mit Discovergy-Zählern? Gefühlt bin ich der einzige, der sich diese Konstellation aus Tarif + Zähler ausgesucht hat.

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Wann wurde denn der Zähler installiert?
Hast ein Foto?
Es gibt den Unterschied zwischen „normalen“ Smartmeter und den iMSys, obwohl keine von denen intelligent ist…
Beim iMSys ist alles Verschlüsselt, die sollen später auch Steuern können bzw. andere Tarife abbilden können.
Die iMSys wurden/werden meines Wissns nach bisher hauptsächlich bei Sonnen bzw. aWattar verbaut…

Beauftragt wurde am 16.11.2021, installiert am 19.04.2022

Der Zähler sieht genauso aus, wie auf dem Bild in dem verlinkten Blogpost abgebildet. Er ist per LAN an mein Netzwerk angebunden.

Hm…als iMSys wie ihn EON will muss er wahscheinlich so ausschauen:


@PabloSantiagoDGY was meinst du dazu?

Ich bin in einer ähnlichen Situation. Ich werde von aWATTar in die Grundversorgung Heizstrom bei E.ON wechseln. Da kein Doppeltarifzähler, wird alles wohl zum HT abgerechnet, obwohl die Stundenwerte zur Verfügung stehen. Der Tarif E.ON SmartStrom Öko wäre durchaus interessant, besonders auf Grund der Preisbindung. In der Grundversorgung kann es ja monatlich teurer werden.
Da helfen mir im Winter auch die Erweiterung auf 55kW kaum (30kVA Engpassleistung).

Ist bei Discovergy ein Dienstleister bekannt, der auch den eingespeisten Strom mit dem Börsenpreis vergütet? Dann würde sich sogar ein sauteruer RLM Zähler rechnen (ca. €600 brutto).

Discovergy macht Ihr auch RLM?

DGY hat auch RLM…
Die Smartmeter mit dem grünen Gateway können auch HT/NT.
Heizstrom braucht doch keinen RLM bzw. iMSys?

„den“ Boersenpreis gibt es doch eh nicht wirklich, und natuerlich wird dir den keiner zahlen, denn wovon sollte derjenige dann leben?
Direktvermarktung von PV gibts natuerlich, wird aber aufgrund vom Aufwand nur fuer groessere Anlagen gemacht. Immerhin verkaufst du an der Boerse nicht einfach xzy kWh, die du irgendwann mal nach belieben lieferst, sondern du musst zu genau festgelegten Zeitpunkten liefern. Was natuergemaess bei einer PV nicht so einfach ist, da braucht es neben guten Prognosen dann auch noch eine entsprechend grosse, verstreute Basis damit das aufgeht.

Und die erfassten Daten helfen deinem Versorger wenig, wenn er sie weder mitgeteilt bekommt, noch sie irgendwie aufbereitet fuer ihn nutzbar sind. Der will wenn 2 getrennte Zaehlwerke, zwischen denen zu einer fixen Zeit umgeschaltet wird. Kann man natuerlich alles aus den Daten von Discovergy nachtraeglich berechnen, aber warum sollte dein Versorger sich die Muehe machen und so einen Sonderweg gehen?

Hallo @jannispl und vielen Dank für Ihre Anfrage.

Indem bei Ihnen ein digitaler Stromzähler (moderne Messeinrichtung) ergänzt mit einem Kommunikationsmodul (dem Gateway Meteroit 3.5) installiert wurde, verfügen Sie in der Praxis über einen Smart Meter bzw. ein intelligentes Messsystem. In engerem Sinnen des Gesetzes wurde bei Ihnen aber kein intelligentes Messsystem installiert, weil das Gateway Meteroit 3.5 noch nicht gemäß BSI-Vorgaben zertifiziert ist, obwohl es bereits in vielen Hinsichten dem Standard der künftig zertifizierbaren Version entspricht. Ein Upgrade ist leider derzeit nicht möglich, denn Discovergy setzt derzeit zertifizierte Gateways unseres Partners Sagemcom Dr. Neuhaus lediglich in vereinzelten Projekten ein.

Zertifizierung hin oder her sind die stundenscharfen Daten Ihres Stromverbrauchs da und können von jedem Energielieferanten zu Abrechnungszwecken herangezogen werden, es sei denn, der Lieferant möchte für diesen Tarif nur seine eigenen Zähler einsetzen. Eine vollständige Interoperabilität bei zeitvariablen Stromtarifen wird wohl aus meiner Sicht einige Jahre dauern, nicht nur wegen der Zähler, sondern auch wegen der unterschiedlichen Abrechnungssysteme…

Viele Grüße
Pablo Santiago, Discovergy GmbH

Ich habe den grünen Meteorit Gateway HT/NT wäre prima, sehe aber nur 180/280 als Zählwerk.
Für HT/NT brauche ich ja die Differenzierung in 181/182 für den Bezug.
Wie werden die Tarifzeiten eingesteuert?

Wie kann ich mir dann erklären, dass E.ON seinen variablen Stromtarif sowohl in der Variante „eigenes intelligentes Messsystem“ als auch „inkl. Messsystem von E.EON“ anbietet, die Anbindung an das intelligente Messsystem von Discovergy aber nicht möglich ist? Da auch seitens E.ON nirgends genauere Anforderungen definiert sind, sehe ich das ziemlich kritisch dass Discovergy in Ihrem Blog ein intelligentes Messsystem bewirbt, was aber garnicht den BSI-Vorgaben für ein solches entspricht.

Zertifizierung hin oder her sind die stundenscharfen Daten Ihres Stromverbrauchs da und können von jedem Energielieferanten zu Abrechnungszwecken herangezogen werden

das aber wohl nur dann, wenn man dafuer die Discovergy-Schnittstellen nutzt. Ueber die Schnittstellen, die beim Imsys genutzt werden, wirds aufgrund der fehlenden Zertifizierung ja eher nicht laufen duerfen. Aber EON wird sicher wenig Lust haben, da noch fuer Discovergy eine Sonderloesung zu bauen, erstrecht wenn Discovergy wiederum keine Privatkunden mehr anschliesst.

Doch, das iMSys auf meinem Bild ist BSI zertifiziert.
Leider gibt es das Durcheinander Smartmeter und iMSys…und intelligenz…

wenn von intelligentem Messystem die Rede ist, dann meint das eben ein Imsys, welches bei dir nicht verbaut wurde. Denn nur das hat eine festgelegte, nicht herstellerspezifische Schnittstelle, ueber die EON an die 15min-Daten kommt.

Das stimmt nicht!
Die iMSys sind zertifiziert!

Was kostet ein RLM bei Discovergy? bayernwerk Netz ruft da €600/a brutto auf.

Dazu müsste das grüne Gateway umprogrammiert werden, eventuell könnten die das aus der Ferne aktivieren…

Das wäre natürlich prima.

Aber wenn du auf Heizstrom umstellst wirst einen Rundsteuerempfänger brauchen?

Das soll unter gemeinsamer Messung laufen. Auch wegen der PV-Anlage. Ein eigener Zähler lohnt nicht und habe auch kein Platz im Anschlußkasten.

es ist aber kein Imsys verbaut, und Pablo meinte die Daten wären ja trotzdem da und könnten genutzt werden. Sie liegen aber nunmal nur an einer proprietären Schnittstelle vor ohne Imsys, und somit kann Eon damit nichts anfangen.